| Prof. Andreas Büsch | Kath. Fachhochschule Mainz |
Was begegnet mir, wenn ich Caritas begegne?
Anmerkungen zu einem studentischen Videoprojekt der KFH Mainz aus Anlass des Tages der Caritas im Rahmen der 47. Limburger Kreuzwoche 2005 (1)
1. Werkstatt-Bericht
1.1 Formale Rahmenbedingungen des Projektes
1.2 Inhaltliche Vorbereitung und Durchführung
2. Thesen aus Beobachtungen – was macht Caritas
aus?
2.1 Caritas ist professionell!
2.2 Caritas ist menschlich!
2.3 Caritas ist politisch!
2.4 Caritas ist kirchlich!
Anmerkungen
„Caritas bedeutete schon immer für mich der Einsatz für Menschen, die in irgendeiner Not sind, ganz unterschiedliche. Wir haben ca. 45% Kinder, die einen Migrationshintergrund haben und da ist es mir ganz wichtig, den Kindern und Familien zu vermitteln, dass sie herzlich willkommen und gleichberechtigt sind.“
Christa Eulberg, Leiterin der Caritas-Kita Wetzlar, interviewt im Garten der Kita hinter ihrem Büro
Unter dem Motto „Caritas: selbstverständlich - anspruchsvoll“ hat sich der Diözesane Caritasverband (DiCV) Limburg für den Tag der Caritas im Rahmen der 47. Limburger Kreuzwoche am 15. September 2005 die Aufgabe gestellt, sich mit seinem Selbstverständnis auseinander zu setzen.
Grundsätzlich sind für eine Annäherung an das Thema „Caritas“ und einen Versuch der Selbstvergewisserung des unter diesem Namen arbeitenden katholischen Verbandes – oder besser: Sozialkonzerns? – verschiedene Wege denkbar: ausgehend vom biblischen Befund zur caritas und zur diakonia ließen sich z.B. Determinanten des Begriffs und in einem zweiten Schritt Normierungen des Handelns für Einrichtungen der Caritas und deren Mitarbeiter ableiten. Oder in einer breit angelegten Relecture der umfangreichen Literatur zum Thema könnten Begriffsbestandteile und Entwicklungen des Verständnisses von Caritas im Längs- oder Querschnitt eruiert werden. Oder sozialwissenschaftliche bzw. sozialarbeitswissenschaftliche Untersuchungen zur öffentlichen wie privaten Wohlfahrt könnten mit den Spezifika eines kirchlich gebundenen Unternehmens korreliert werden oder …
Für den Tag der Caritas am 15.09.2005 des DiCV Limburg wurde ein anderer, medialer Zugang gewählt. Dazu versteht sich dieser Beitrag als eine Art Bericht „von hinter den Kulissen“, der zwei Aufgaben bewältigen will: zum einen gilt es, im Sinne eines medienpädagogischen bzw. kommunikationswissenschaftlichen Werkstatt-Berichts das Zustandekommen des Films als studentisches Projekt der Katholischen Fachhochschule Mainz (KFH Mainz) etwas näher zu beleuchten, zum anderen ergeben Notizen und Eindrücke von den Dreharbeiten möglicherweise so etwas wie erste Antworten auf die Leitfrage „Was ist das - Caritas?“.
In den grau unterlegten Kästen finden Sie Beschreibungen von Szenen des Films, die dem Umstand abzuhelfen versuchen, dass Sie den Film eben nicht wie die Besucher des Tages der Caritas in Gänze betrachten können.(2) Dass diese in der Verkürzung pointierten Aussagen durchaus noch einmal nicht völlig widerspruchsfrei nebeneinander stehen deutet auf die je größere Lebens- und Erfahrungswirklichkeit „hinter“ dem Film hin.
1. Werkstatt-Bericht
1.1 Formale Rahmenbedingungen des Projektes
Die Studierenden des Fachs Soziale Arbeit haben im Rahmen ihres Hauptstudiums an der KFH Mainz die Möglichkeit, eine medienpädagogische Zusatzqualifikation in verschiedenen Medienfeldern zu erwerben. Eines der derzeit laufenden Angebote dazu ist ein freiwilliges Seminar, für das sich acht Studentinnen entschieden haben.
In die Überlegungen zur inhaltlichen Gestaltung des Seminars hinein kam eine Anfrage der Vorbereitungsgruppe für den diözesanen Tag der Caritas 2005, die sich einen „anderen“, möglichst filmischen Einstieg in das Thema des Tages wünschte. Die entsprechenden konzeptionellen Absprachen erfolgten im Mai bis Juni 2005, die seminarinterne Planung des Vorhabens unter Beteiligung der Studentinnen im Juni. Die Termine für Dreh in vier ausgewählten Einrichtungen sowie den Schnitt lagen im Zeitraum von im Juli bis September; aufgrund des gesamten zeitlichen Aufwands sowie des Präsentationstermins 15. September 2005 lagen große Teile des Projektes in der vorlesungsfreien Zeit.
Konkret waren jeweils Teams von drei oder vier Personen vor Ort in den Einrichtungen der Caritas, die sämtliche Aufgaben selbstständig bewältigen mussten, also Kamera, Ton, Interview, Skript und Regie. Anschließend mussten sie eine Schnittliste erstellen, sowie Schnitt und Vertonung vornehmen.
„Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt,
dann nur damit du Liebe empfängst.
Durch die Nacht und das dichteste Geäst
damit du keine Ängste mehr kennst.
Damit du keine Ängste mehr kennst …“
aus: Söhne Mannheims, Und wenn ein Lied. CD „Noiz“, 2005; Titelmusik des Films
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